Über die Quitte
und ihre Geschichte


Quittenrezepte
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Historische Küche im Internet

Die ursprüngliche Heimat der Quitte war vermutlich der Iran, Armenien und der Kaukasus, wo es noch heute die meisten Sorten gibt.

Ihren botanischen Namen "Cydonia oblonga" verdankt die Quitte jedoch der antiken kretischen Stadt Kydonia (heute Chania). Dort bauten Bauern die Früchte vermutlich erstmals als Feldobstkultur an. Deshalb wird die griechische Insel Kreta oft als Stammland der Quitten angenommen.

Eine bedeutende Rolle spielten sie wohl auch in der griechischen Mythologie. So glaubt man heute, dass etwa der goldene Apfel des Paris oder die Hesperiden-Äpfel eigentlich Quitten waren. Als Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt sie als Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit. Im antiken Griechenland kochte man die Quitten (melon) mit Honig (meli) zu "melimelon", also Quittenmus, ein.

Im alten Rom waren die gelben Früchte als Weihegabe an die Nachtgöttin in den Herrenzimmern zu finden, wo sie ihren starken, zitronenähnlichen Duft verbreiten und die Angebetete betören sollte.Mit den Römern gelangten Quitten auch nach Nordeuropa.

Birnenquitte

Im Mittelalter galten die portugiesischen Früchte als die wohlschmeckendsten und wurden "marmelo" genannt, daher stammt unser Begriff "Marmelade".

In der Antike und im Mittelalter wurde die Quitte auch als Heilmittel verwendet. Bei Hals-, Magen- und Lungenleiden empfahlen Gelehrte sie für die Behandlung von Durchfällen und Fieber. Die Äbtissin Hildegard von Bingen riet besonders Rheumatikern, im Herbst so oft wie möglich Quitten zu essen. Sogar aus den Kernen, genauer gesagt den Samen der Frucht, stellten Geistliche Hausmittel her. Die wurden zum Beispiel bei Husten verabreicht, bei Verbrennungen und rissiger Haut aufgetragen.

Die Frucht besticht durch ihr leuchtendes Gelb (quittegelb) und ihren geradezu betörenden Duft. Der Volksmund nennt sie deshalb auch „Schmeckbirne“. Früher hat man immer einige Quitten in die Wohnstube oder den Wäscheschrank gelegt. Dort sollte sich ihr Wohlgeruch ausbreiten und für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Eine Art frühe "Aromatherapie" also.

Die Quitte gehört zur Familie der Rosaceen, genauso wie Äpfel und Birnen. Sowohl Bäume als auch die Früchte können auf den ersten Blick leicht verwechselt werden. Unterschieden werden die rundlichen Apfelquitten mit rötlichem Fruchtfleisch und herbem Aroma und die länglichen Birnenquitten mit hellerem, saftigerem Fruchtfleisch.

Weiche Quittensorten, die auch roh genossen werden können, reifen nur unter warmer, südlicher Sonne. Die festen Früchte mit harter Schale und körnigem Fruchtfleisch aus unseren Breitengraden entfalten erst gekocht ihren aromatischen Geschmack.

Man verwendet sie für köstliche Gelees, Kompotte und als Beilage zum Fleisch (in Östereich heute noch aber auch bereits im "Buch von guter Speise", siehe Monatsrezept). Auch als Kuchen und Weihnachtskonfekt ist die Verwendung bereits historisch.

Quittenbaum

Reife Quitten sind gelb wie Zitronen und duften wie eine Mischung aus Zitronen und Äpfeln. In ihrem Inneren haben sie ein Kerngehäuse mit bis zu 16 Kernen, der Pektingehalt ist sehr hoch, deshalb gelingt ein Quittengelee immer und sie werden anderem Gelee zugesetzt, d.h. die stark gelierenden Kerngehäuse zur Bereitung von Gelee oder Marmelade nicht herausschneiden, sondern mitkochen und später herausschneiden oder durch passsieren trennen.

Richtig zubereitet sind Quitten nicht nur sehr wohlschmeckende Früchte, sondern auch ausgesprochen gesund. Sie enthalten beispielsweise mehr Vitamin C als die meisten Äpfel. 100 Gramm geschälter und entkernter roher Quitten haben etwa 60 kcal/252 kJ und enthalten rund 83 Prozent Wasser. Je nach Sorte decken sie zwischen 20 und 40 Prozent des Tagesbedarfs an Vitaminen. Außerdem enthalten die Früchte so wichtige Mineralien wie Calcium, Eisen, Kalium und Phosphor. Die Gerbsäuren sowie die Vitamine A und C helfen unter anderem gegen Gicht und Arteriosklerose. Das Pektin der Früchte wirkt nachweisbar verdauungsfördernd.


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Zierquitte / Scheinquitte / Japanische Zitronenquitte

Zierquittenstrauch

Die anspruchslosen dornigen Ziersträucher werden 1-3 m hoch und fallen im April/Mai durch ihre schönen roten Blüten und ihre im Spätsommer reifenden gelben Früchte auf. Die Früchte sehen aus wie kleine Quitten, haben eine harte Frucht und eine aromatisch riechende Schale.

Die Früchte sind essbar und lassen sich ebenfalls zu Saft, Gelee oder Marmelade verarbeiten. Die Früchte enthalten mehr Vitamin C als Zitronen (bis zu 150 mg/100g). Auch liegt der Pektin- und Mineralstoffgehalt höher als beim Apfel oder der Quitte und sie haben noch ein stärkeres Aroma. Auf jeden Fall muß man etwas mehr Zucker verwenden, da Zierquitten etwas saurer sind.

Die Pflanzen Stammen aus Japan, Korea und aus China. Der botanische Gattungsname Chaenomeles stammt aus den griechischen Worten chainein für klaffen oder gähnen und melon für Apfel, da die vollreifen Früchte auseinanderklappen.

Volksmedizinisch wurden die Früchte als Durchfallmittel verwendet. Chaenomeles speciosa wurde in Europa bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts kultiviert.