Kapaun in Honig-Gewürz-Milch

Douce Ame aus dem "De proprietatibus rerum" von Bartholomaeus Anglicus
(mittelenglische Version von 1398)

Huhn in Milch und Honig

Zutaten:

- ca. 300g Hühnerfleisch (Gewicht ohne Knochen)
- ca.1/4 l Milch
- 1 guter Schuß Sahne oder 1 TL Schmand
- 2 frische Blätter oder 1 TL getrockneter Salbei
- 2 frische Stengel oder 1 TL getrocknete Petersilie
- 1/2 TL getrocknetes Bohnenkraut
- 1 Prise Safran oder 1/2 TL Kurkuma
- einige Stengel frische Kräuter nach Geschmack oder 2 TL gefrorene Kräutermischung
- 1 gehäufter EL Honig
- ca. 50g Pinienkerne
- wahlweise Salz, Pfeffer

- ca. 50-70 g Milchreis pro Person (1 Tasse) in Wasser kochen

Ergibt ca. 3 Portionen.

Ein aromatisches und außerdem schnell zuzubereitendes Gericht:

Das Fleisch in einer Pfanne oder im Ofen halb gar braten. Ich habe Hähnchenschenkel verwendet, weil ich das Fleisch geschmachvoller und saftiger finde, schneller und einfacher geht es aber natürlich mit Hühnerbrust. Die Kräuter hacken und zusammen mit dem Kurkuma oder dem Safran in der Milch aufsetzen, kurz aufkochen lassen, von der Platte nehmen und den Honig einrühren. Das Fleisch in mundgerechte Stücke teilen, in eine feuerfeste Form geben, mit den Pinienkernen überstreuen und mit der Milchmischung übergießen. Das Fleisch sollte knapp bedeckt sein, eventuell noch etwas zusätzliche Milch aufgießen. Im vorgeheizten Ofen ca. 20 min fertiggaren.

Die goldfarbene Köstlichkeit wird auf dem Reis angerichtet.

Douce Ame. Nimm gute Kuhmilch und fülle sie in einen Topf. Nimm Petersilie, Salbei, Ysop, Bohnenkraut und andere gute Gewürze. Hacke sie, gib sie in die Milch und lasse alles kochen. Nimm halb gebratene Kapaune, schneide sie in Stücke, gib Piniennüsse und klaren Honig dazu. Salze das und färbe es mit Safran und trage es zu Tisch.

Info: Ein Kapaun ist ein junger, kastrierter Masthahn, der für sein besonders hohes Gewicht und eine besondere Fleischqualität berühmt ist.

Info: Ysop ist zwar eine hübsche Gartenpflanze mit attraktiven dunkelblauen Blüten, hat aber leider als Gewürz kaum eine Bedeutung, weil das Aroma schon der frischen Pflanze nur schwach ist, außerdem ist der Geschmack etwas bitter. Er wird für Kartoffel- oder Bohnensuppen verwendet, auch zu fetterem Fleisch oder zu zartem Kalbs- oder Hühnerfleisch.

Goldene Huhn

Monatsrezept April 2005


Historische Küche - Mittelalterlich kochen

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